Schulterinstabilität
 

 

Unfallbedingte Instabilität – Schulterluxation - Auskugelung:

Bei der Schulterluxation wird der Oberarmkopf gewaltsam aus der Gelenk-Pfanne gerissen. Da die knöcherne Führung der Schulter nur ca. 30% ausmacht, ist die Zentrierung und Stabilität der Schulter durch Bänder, Kapsel und den Knorpelring um die Pfanne sehr wichtig. Eine erste Luxation durch einen (Sport-) Unfall kann gerade beim jüngeren Patienten Schäden an der Gelenkkapsel, den Bändern und am Faserknorpelring (Labrum glenoidale) verursachen. Gerade Labrumverletzungen können die Ursache für wiederholte Luxationen, auch nach nur Bagatelltraumen sein. Man spricht dann von einer posttraumatischen Schulterinstabilität.

Diagnostik:

  • Anamnese – frühere Unfälle, Instabilitätsgefühl
  • Klinische Untersuchung – Instabilitätstest
  • Ultraschall
  • MRT (abgerissenes Labrum glenoidale)

Therapie:

Verletzungen von Labrum und Kapsel-, Bandüberdehnungen können elegant arthroskopisch operativ versorgt werden (Bankartnaht). Die Verletzungen werden arthroskopisch inspiziert, der Labrumkomplex wird endoskopisch mit Knochenankern am knöchernen Rand der Pfanne befestigt, dabei werden ergänzenddie Kapsel und die Bänder verkürzt, gestrafft. Nur in Ausnahmefällen (z.B. bei knöchernen Pfannenrandabbrüchen) ist ein offen-chirurgisches Vorgehen unumgänglich.

Nachbehandlung:

Der operierte Arm wird mit einer Schulterschiene für ca. 3 – 4 Wochen geschützt. Die krankengymnastische Übungsbehandlung beginnt bereits frühfunktionell. Ds Bewegungsausmaß wird nach einem Stufenschema zunehmend gesteigert, später werden Übungen am Gerät zur Kräftigung und Zentrierung der Schulter durchgeführt. Überkopfsportarten sollten erst wieder nach 6 Monaten begonnen werden. Die Prognose nach einer operativen Schulterstabilisierung ist gut, in den meisten Fällen kann das sportliche Leistungsniveau, das vor dem Unfallbestand, wieder erreicht werden.