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Vortragsreihe "Ärzte im Dialog"
Nächste Veranstaltungen am Mittwoch, 22.04.2026, 19.00 Uhr: "Arthrose des Hüft- und Kniegelenks", Vortrag mit Dr. Matthias Hauger, Chefarzt Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie.
Die Veranstaltung findet im Konferenzraum des Klinikums in Tuttlingen statt. Bitte melden Sie sich an.
Der Da Vinci ist nun im Einsatz
Diese Woche haben die Operateure der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie die ersten roboterassistierten Eingriffe vorgenommen. Als Premiere wurde eine Leistenhernie versorgt.

Im Dezember wurde ein Da Vinci XI-System ans Klinikum Landkreis Tuttlingen (KLT) geliefert; nun ist es nach einer Einführungsphase in Betrieb. Diese Woche setzten es die Operateure der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie ein, zum Monatsende steht dann der erste gynäkologische Eingriff mit Roboterassistenz auf dem OP-Plan. Mit Hilfe des OP-Roboters können die Ärzte noch präziser und patientenschonender arbeiten. Der Da Vinci XI ist, wenn man so will, das „Flaggschiff“ des US-amerikanischen Herstellers Intuitive Surgical; nämlich ein hoch modernes Standard-Multiport-System für komplexe Eingriffe.
Die erste Operation mit dem DaVinci am KLT war eine Leistenhernie, landläufig „Leistenbruch“ genannt. Dabei wird ein Netz in die Bauchwand eingebracht, um diese dauerhaft zu stabilisieren. Auch am Donnerstag galt es, eine Hernie zu versorgen. An der Steuerkonsole saß die Leitende Oberärztin Professor Dr. Silke Mertmann, die ebenso wie Chefarzt Valery Kravtsunov viel Erfahrung am Da Vinci besitzt. Über kleine Hebel steuerte sie die vier Roboterarme, in der hochauflösende 3D-Ansicht hatte sie ihr Operationsfeld stets genau im Blick. Bei einer roboterassistierten OP setzen die Ärzte fünf kleine Schnitte an der Bauchdecke, welche halbkreisförmig um den Bauchnabel angeordnet werden. Über diese Schnitte werden die Zugangswege in die Bauchhöhle eingeführt. Drei der fünf Zugangswege sind für die Instrumente und Kamera der Roboterarme gedacht, während die anderen zwei Zugänge für den assistierenden Arzt vorgesehen sind, der direkt am Operationstisch steht. Nach Positionierung der Zugänge wird der Bauchraum mit Kohlenstoffdioxid gefüllt, um ihn zu vergrößern und so ein besseres Arbeiten zu ermöglichen.
Assistenzärzte verfolgten den Eingriff, während Chefarzt Kravtsunov die Arbeit der versierten Operateurin Professor Mertmann im Detail erklärte – jeden ihrer Arbeitsschritten im Bauchraum des Patienten übertrug eine Kamera des Da Vinci auf großflächige hochauflösende Monitore, über die das System verfügt.
Die minimalinvasive roboterassistierte Chirurgie gewährleistet eine Genauigkeit, die das menschliche Auge und die menschliche Hand allein nicht bieten können. Die Bezeichnung dieses Bereichs macht deutlich: Der Roboter operiert nicht selbstständig, sondern assistiert lediglich dem Chirurgen, der ihn steuert. Valery Kravtsunov sieht in der Robotertechnik einen großen Fortschritt gegenüber der herkömmlichen endoskopischen Chirurgie. Das Klinikum Landkreis Tuttlingen bietet nun den „Goldstandard“ für minimal-invasive Eingriffe an, weil es der OP-Roboter ermöglicht, durch 3D-HD-Sicht und hochpräzise RoboterinstrumentePatientinnen und Patienten noch schonender zu versorgen, sodass diese noch schneller genesen können. Möglich wird das, weil die Instrumente an den Roboterarmen an extrem beweglichen Gelenken befestigt sind, die der menschlichen Hand in puncto Beweglichkeit weit überlegen sind. Daher werden Schnittwinkel an Stellen möglich, die ein Mensch nicht darstellen kann.
Der OP-Roboter neuster Generation, der nun im Operationssaal 2 des Tuttlinger Klinikums steht, basiert auf einer Entwicklung, die erprobt ist. Damit ist er bewährt und innovativ zugleich. Fast 6000 Da Vinci-Roboter sind global im Einsatz, in Europa sind es über 900. Der Operateur muss, bevor er den Roboter als Arbeitsmittel nutzen kann, für die Roboter-Chirurgie speziell ausgebildet werden. Erst wenn der Chirurg im Simulatortraining die notwendigen Fertigkeiten erworben hat, bekommt er die Freigabe für Operationen am Patienten.
Die Ärzte der Allgemein- und Viszeralchirurgie können Schlüsselloch-Operationen im Darm-, Rektum- oder Pankreasbereich mit der High-Tech-Anlage auf höchstem Niveau durchführen. Dasselbe gilt für die Operateure der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, wenn diese künftig Operationen am Beckenboden vornehmen. Dabei werden gesenkte Organe mit Hilfe eines Netzes am Kreuzbein stabilisiert. Die ersten roboterassistierten Eingriffe in diesem Bereich sind für Ende des Monats angesetzt.
Hier ein Video: https://youtu.be/YsmUMVe26Rg
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