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Die Fußspezialisten des KLT können helfen

Dr. Michael Weiser und Dr. Matthias Hauger sind zertifizierte Fußchirurgen. Das Interesse an ihrem Vortrag im Zuge der Reihe "Ärzte im Dialog" war groß.

Es dauert drei Jahre, bis ein erfahrener Operateur die Bezeichnung „Zertifizierter Fußchirurg“ führen darf. „Und genauso lang könnte man auch über die Therapien von Erkrankungen des Fußes sprechen“, scherzt Dr. Matthias Hauger, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Klinikums Landkreis Tuttlingen (KLT). Er muss es wissen, denn wie auch Oberarzt Dr. Michael Weiser ist Hauger ein solcher Fuß-Spezialist. Davon konnten sich zahlreiche Zuschauer beim Vortrag der beiden im Zuge der Reihe „Ärzte im Dialog“ überzeugen.

Bevor es in den Dialog mit den beiden Ärzten ging, hatte Dr. Weiser den eigentlichen Vortrag übernommen. Dafür hatte er im Schwerpunkt die operative Korrektur von Fehlstellungen am Vorfuß wie auch die Versorgung von Problemen mit der Achillessehne ausgewählt. Zum Vorfuß zählen die fünf Zehenknochen sowie die dazugehörigen Mittelfußknochen, die zusammen den vorderen Teil des Fußes bilden. Recht häufig kommt es hier zu einer Fehlstellung, bei der die Großzehe nach innen abweicht und das Grundgelenk nach außen tritt. Mediziner bezeichnen sie als „Hallux valgus“. 

Dieser „Ballenzeh“ ist unangenehm. Viele Patientinnen und Patienten, die darunter leiden, versuchen den Druck durch breite Schuhe oder Sandalen auszugleichen. „Im Schwabenland kommen die Leute erst zu uns, wenn’s gar nicht mehr anders geht“, hat Dr. Hauger in seiner langjährigen Praxis beobachtet. Letztendlich, meint Dr. Weiser, seien auch Hilfsmittel wie Zehenspreizer oder Ballenpolsterungen auf Dauer nicht zielführend; Abhilfe kann jedoch eine OP schaffen. Dabei wird der Knochen begradigt und mit Draht sowie Schraube fixiert. Der Eingriff kann ambulant vonstattengehen, der Patient muss danach für mehrere Wochen einen Spezialschuh tragen.

Arge Probleme kann seinem Besitzer auch ein „Hallux rigidus“ bereiten, eine schmerzhafte Arthrose des Großzehengrundgelenks, die zu Schmerzen beim Abrollen und knöchernen Anbauten führt. Ursachen sind oft Überlastung, Verletzungen oder Fehlstellungen – die Krankheit der Balletttänzerinnen und Marathonläufer, scherzte Dr. Michael Weiser. Als letzte Möglichkeit kann das Zehengrundgelenk versteift werden; Dr. Matthias Hauger machte allerdings klar, dass man im KLT grundsätzlich zunächst eine gelenkerhaltende Therapie anwendet, indem man mit operativen Mitteln den Gelenkspalt wieder herstellt, der sich im Zuge der Erkrankung verschlossen und zu einer schmerzhaften Arthrose geführt hat.

Schmerzhaft ist auch ein Riss der Achillessehne. Dazu komme es häufig beim Sport, so Dr. Weiser, der verschiedene Methoden erklärte, wie Chirurgen eine gerissene Sehne wieder flicken können. Ganz unabhängig vom Verfahren gelte: „Die Heilung der Sehne braucht viel Zeit!“

Auch mit intakter Sehne kann der Rückfuß Beschwerden machen. Weiser verdeutlichte dies am Beispiel der „Haglund-Exostose“,einer schmerzhaften knöchernen Vorwölbung am hinteren, oberen Fersenbein, die oft zu Entzündungen des Schleimbeutels und der Achillessehne führt. Dieses Problem stellt sich meist durch Fehlstellungen, Überlastung beim Sport oder schlechtsitzende Schuhe ein. Dr. Weiser rät hier stets dazu, die Möglichkeiten konservativer Therapie „auszureizen“; unter Umständen helfen Einlagen, Physio- oder Schmerztherapie. Wenn all das nichts bringt, kann nach sechs bis zwölf Monaten ein Chirurg helfen, der die „Exostose“, also die knöcherne Vorwölbung, abträgt und dabei meist auch den entzündeten Schleimbeutel entfernt. Betroffenen macht Dr. Weiser Mut: Man habe hier bei sämtlichen Patienten sehr gute Heilungsergebnisse erzielt.

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