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Ein Krebs, dem man vorbeugen kann

Oberärztin Dr. Hannah Schuhmacher betont in ihrem Vortrag in der Reihe "Ärzte im Dialog" die Bedeutung der Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung.

„Zu 90 Prozent entwickelt sich Darmkrebs aus Darmpolypen“, warnte Dr. Hannah Schumacher und verwies im Zuge ihres Vortrags in der Reihe „Ärzte im Dialog“ auf die hohe Bedeutung der Darmspiegelung als Krebsvorsorgeuntersuchung. Denn Darmpolypen, insbesondere Adenome, sind gutartige Schleimhautwucherungen im Darm, die als Krebsvorstufen gelten. Sie verursachen selten Symptome, können aber über fünf bis zehn Jahre zu Krebs entarten und werden deswegen bei einer Darmspiegelung vorsorglich entfernt.

Die Oberärztin der Gastroenterologie sieht die Koloskopie, so lautet der Fachbegriff für eine Darmspiegelung, als „unschlagbar“ an, wenn es gilt, einer Krebserkrankung im Darm vorzubeugen. Sie sei in der Regel effizienter als ein Stuhltest, der demselben Zweck dient; die Gastroenterologen des Klinikums Landkreis Tuttlingen (KLT) fänden beim Spiegeln bei rund 35 Prozent der Untersuchten Adenome. Nur bei etwa einem halben Prozent der Untersuchten werde ein Karzinom gefunden, also Krebs, der sich schon gebildet hat. Schlussfolgerung: Wer sich einer präventiven Darmspiegelung unterzieht, tut sich selber einen Gefallen, weil sich eine Krebserkrankung im Darm dadurch tatsächlich vermeiden lässt.

Dr. Schuhmacher und ihre Kolleginnen und Kollegen der Medizinischen Klinik II koloskopieren zwar täglich, allerdings nur bei Patientinnen und Patienten mit Beschwerden; die ins Klinikum überwiesen werden. Die reine Vorsorge findet nämlich nicht im Krankenhaus statt, sondern bei niedergelassenen Fachärzten. 

Dabei untersucht ein Gastroenterologe den Dickdarm mittels eines flexiblen Endoskops und kann mit Hilfe einer integrierten Schlinge Polypen sofort entfernen. Die Untersuchung dauert rund 30 Minuten und erfordert eine gründliche Darmreinigung im Vorfeld. Der Darm muss am Vortag und Morgen der Untersuchung mit einer speziellen Lösung vollständig entleert werden. Die Untersuchung selbst verläuft schmerzfrei, oft unter Sedierung. Für dieses Prozedere gibt es einen Vorsorgeanspruch: In Deutschland können Frauen und Männer ab 50 Jahren zweimal eine Koloskopie im Abstand von zehn Jahren als Vorsorgeleistung in Anspruch nehmen.

Dr. Hannah Schuhmacher betonte, dass die Medizintechnik, die den Gastroenterologen zur Verfügung steht, in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat. Die Detektionsrate von Polypen ist dadurch enorm gestiegen. Die Tuttlinger Ärzte verfügen über moderne Endoskopsysteme und setzen KI-gestützte Diagnosetechnik ein. Eine hohe 4K-Ultra-Auflösung liefert dem Untersuchenden zehn Millionen Bildpunkte und damit Bilder aus dem Dickdarm, die Auffälligkeiten leichter als früher erkennen lassen. Neben ihrem geschulten Expertenblick steht den Gastroenterologen des KLT außerdem eine KI-gestützte Software zur Verfügung, die darauf trainiert ist, verdächtige Strukturen zu erkennen. Dieses Programm scannt das Livebild, das vom Endoskop aus dem Darm übertragen wird und vergleicht es in Echtzeit mit Tausenden hinterlegter Aufnahmen. So lassen sich Statistiken zufolge bis zu 15 Prozent mehr Polypen aufspüren.

Über die medizinische Vorsorge hinaus können Menschen etwas für ihre Gesundheit tun, indem sie einen gesunden Lebensstil pflegen. Das helfe auch Darmkrebs vorbeugen, so Dr. Schuhmacher unter Berufung auf Zahlen aus der Wissenschaft. Regelmäßige körperliche Aktivitäten, Nichtrauchen und Normalgewicht senkten das Risiko zu erkranken, ebenso eine Ernährung, die auf Ballaststoffen basiert und mit wenig Alkohol und rotem Fleisch und Wurst auskomme

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