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Geschichte Spaichingen
 

 


Vom Bezirkskrankenhaus zum modernen Gesundheitszentrum

Zur Ge­schich­te des Ge­sund­heits­zen­trums in Spaichin­gen

Am 16. Fe­bru­ar 1969, wurde das "neue Kran­ken­haus Spaichin­gen" er­öff­net. Ein­schlie­ß­lich der Per­so­nal­bau­ten be­lie­fen sich die Kos­ten für den 132-Bet­ten-Neu­bau auf 19,25 Mio. DM. Land­rat Dr. Hans Köpf sprach in der Ein­wei­hungs­re­de von einer "ver­spä­te­ten Hoch­zeits­ga­be" des Krei­ses Tutt­lin­gen an die alte Ober­amts­stadt Spaichin­gen, die 1938 ihren Cha­rak­ter als Amts­sitz ver­lo­ren hatte. Die Worte von Bür­ger­meis­ter Erwin Teu­fel spie­gel­ten die Zu­frie­den­heit wider. Er sprach von der gro­ßen "Ver­söh­nungs­ga­be des Land­krei­ses" an die Stadt und von einem Jahr­hun­dert­er­eig­nis" für Spaichin­gen und den Heu­berg. Der Kran­ken­haus­neu­bau er­setz­te das alte, in den Jah­ren 1876 bis 1878 er­bau­te Be­zirks­kran­ken­haus an der Stra­ße nach Hau­sen o. V. Die­ses am 14. Mai 1878 ein­ge­weih­te Ge­bäu­de mit einem Flü­gel für weib­li­che und einem Flü­gel für männ­li­che Pa­ti­en­ten ver­füg­te über eine Ka­pa­zi­tät von 18 Bet­ten in zwölf Zim­mern. Ein Umbau im Jahre 1908 brach­te eine Er­hö­hung des Fas­sungs­ver­mö­gens auf 30 Bet­ten. Doch auch diese Bet­ten­zahl soll­te sich schon bald als nicht mehr aus­rei­chend er­wei­sen. Des­halb be­schloß die Amts­ver­samm­lung des Ober­amts­be­zirks Spaichin­gen im Jahre 1925 den Neu­bau eines Kran­ken­hau­ses auf einem an­de­ren Platz mit dop­pel­ter Bet­ten­zahl. Das würt­tem­ber­gi­sche In­nen­mi­nis­te­ri­um lehn­te aber ein der­ar­ti­ges Pro­jekt ab. Es hielt eine Er­wei­te­rung des be­ste­hen­den Ge­bäu­des für aus­rei­chend. Das Veto von Sei­ten der Re­gie­rung führ­te zu ei­nern Um­schwen­ken in der Amts­ver­samm­lung: Die Ver­tre­ter des Ober­amts­be­zirks vo­tier­ten nun für einen Umbau und eine Ver­grö­ße­rung des be­ste­hen­den Ge­bäu­des auf eine Ka­pa­zi­tät von 50 bis 60 Bet­ten.

Im Jahre 1938 ging die­ses Ge­bäu­de im Zuge der da­ma­li­gen Ge­biets­re­form in Würt­tem­berg in die Trä­ger­schaft des Krei­ses Tutt­lin­gen über.

Be­reits in den 50er Jah­ren war die Ka­pa­zi­tät des Kran­ken­hau­ses Spaichin­gen er­neut an sei­nen Gren­zen an­ge­langt. Die Kli­nik­ver­wal­tung stell­te sich die Frage eines Neu­baus oder einer Sa­nie­rung. Die Be­le­gung stieg auf mehr als 90 Bet­ten, was einer star­ken Über­be­le­gung gleich­kam. Seit 1955 mach­ten sich die par­la­men­ta­ri­schen Ver­tre­ter des Land­krei­ses über eine durch­grei­fen­de Sa­nie­rung des Spaichin­ger Kran­ken­hau­ses Ge­dan­ken. Auf­grund eines Gut­ach­tens des Deut­schen Kran­ken­haus­in­sti­tuts und einer Stu­die des Lei­ters der Kreis­kran­ken­haus­ver­wal­tung, Bruno Bo­gen­rie­der, be­schloss der Kreis­tag am 20. No­vem­ber 1961, keine Er­wei­te­rung mehr vor­zu­neh­men, son­dern einen Neu­bau mit einer chir­ur­gi­schen, einer in­ne­ren und einer gy­nä­ko­lo­gi­schen Ab­tei­lung zu pla­nen. Der Kreis­tag be­auf­trag­te am 18. De­zem­ber 1963 den Ar­chi­tek­ten Dr. Le­wi­cki aus Ber­lin mit der Pla­nung des Pro­jekts im Ge­biet "Län­ge­len". Den Auf­trag für die Pla­nung und Aus­füh­rung der Per­so­nal­bau­ten er­hielt der Tutt­lin­ger Ar­chi­tekt Dr. Bo­zen­hardt. Am 1. April des Jah­res 1965 war Bau­be­ginn beim Kran­ken­haus. Und im Sep­tem­ber des­sel­ben Jah­res be­gan­nen die Ar­bei­ten an den Per­so­nal­ge­bäu­den. Nach sei­ner Fer­tig­stel­lung ver­füg­te das Kran­ken­haus über je 57 Bet­ten in der chir­ur­gi­schen und in der in­ne­ren Ab­tei­lung, sowie über 18 Bet­ten in der gy­nä­ko­lo­gi­schen Ab­tei­lung.

Schon nach we­ni­gen Jah­ren tra­ten Eng­päs­se in der gy­nä­ko­lo­gi­schen Ab­tei­lung auf, wes­halb der Kreis­tag im Jahre 1974 die Er­wei­te­rung die­ser Ab­tei­lung durch Schaf­fung einer Sta­ti­on im Wohn­be­reich der Or­dens­schwes­tern zu­stimm­te. Die Fran­zis­ka­ne­rin­nen-Or­dens­schwes­tern aus dem Klos­ter Reute stell­ten sich seit der Er­rich­tung des ers­ten Kran­ken­hau­ses in Spaichin­gen in den Dienst der Ge­sund­heits­pfle­ge.

Im Jahre 1983 tru­gen die neue In­ten­si­v­über­wa­chungs­ein­heit und die Ein­rich­tung einer zen­tra­len fach­ärzt­li­chen An­äs­the­sie­ver­sor­gung dazu bei, die Leis­tungs­fä­hig­keit des Kran­ken­hau­ses, das im Kran­ken­haus­be­darfs­plan als Haus der Grund­ver­sor­gung aus­ge­wie­sen ist, noch wei­ter zu er­hö­hen. In den Jah­ren 1990/91 in­ves­tier­te der Kran­ken­haus­trä­ger noch­mals 12,6 Mio. DM, ins­be­son­de­re in die Sa­nie­rung des OP-Be­reichs, der Un­ter­su­chungs­räu­me, des Ent­bin­dungs­be­reichs und des Tech­nik­be­reichs. An­läss­lich des 20-jäh­ri­gen Be­ste­hens im Jahre 1989 at­tes­tier­te Land­rat Hans Volle dem Kran­ken­haus Spaichin­gen gute Noten, und er sah es in sei­nem Be­stand "mit bes­ten Aus­sich­ten für die Zu­kunft" ge­si­chert.

In den letz­ten zehn Jah­ren fand wie­der­um eine stete Um­struk­tu­rie­rung in den bei­den Kli­ni­ken des Land­krei­ses statt. Man ver­such­te sich neu zu ori­en­tie­ren und an die ge­än­der­ten Be­din­gun­gen im Um­feld der Kli­ni­ken an­zu­pas­sen. So wurde Ende 2003 die Gy­nä­ko­lo­gie in Spaichin­gen ge­schlos­sen und nach Tutt­lin­gen ver­legt. Auch wur­den spe­zi­el­le Kom­pe­ten­zen in den bei­den Kli­ni­ken ge­bün­delt.

Im Jahr 2006 wurde das Ge­sund­heits­zen­trum Spaichin­gen grund­le­gend sa­niert.