Qualitätsmanagement
Traumanetzwerk
 

 


Zertifizierung Traumanetzwerk

Die stan­dar­di­sier­te Ver­sor­gung von Schwer­ver­letz­ten vom Un­fall­ort über den Schock­raum der Kli­ni­ken bis in den OP ist die Ziel­set­zung der DGU – Deut­sche Ge­sell­schaft für Un­fall­chir­ur­gie.

Hier­zu wer­den bun­des­weit re­gio­na­le Trau­ma-Netz­wer­ke ein­ge­rich­tet. Das Traumanetz­werk „Schwarz­wald-Bo­den­see“ wurde be­reits 2009 ins Leben ge­ru­fen und im Som­mer 2010 zer­ti­fi­ziert. Das Ge­sund­heits­zen­trum Tutt­lin­gen steht hier im Ver­bund mit acht Kli­ni­ken und vier Ret­tungs­dienst­be­rei­chen/Ret­tungs­leit­stel­len der Re­gi­on.

Fest­ge­leg­te, stan­dar­di­sier­te Ab­läu­fe re­geln die enge und schnel­le Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Not­ärz­ten, Ret­tungs­leit­stel­len und Kli­ni­ken.

Über Fax und Trau­ma­han­dy wird der Pa­ti­ent mit Ver­let­zungs­mus­ter in der ge­eig­ne­ten Kli­nik an­ge­mel­det – der Schock­raum wird vor­be­rei­tet.

Nach fest­ge­leg­tem Sche­ma er­folgt die Erst­un­ter­su­chung und Erst­be­hand­lung: Atem­we­ge, Atem­funk­ti­on, Kreis­lauf/Blu­tun­gen, Be­wusst­seins­zu­stand und Wär­me­halt. Das Motto lau­tet: „Treat first what kills first“ – es wird das, was am ehes­ten zum Tode führt er­kannt und zu­erst be­han­delt.

Mit­glie­der des Traumanetz­wer­kes kom­men re­gel­mä­ßig zu­sam­men, be­spre­chen Fälle und tau­schen Er­fah­run­gen aus. Bei Un­fäl­len und grö­ße­ren Scha­dens­la­gen mit meh­re­ren Ver­letz­ten be­währt sich ein sol­ches Netz­werk be­son­ders, da sich die Kli­ni­ken ge­gen­sei­tig un­ter­stüt­zen.

Die zu­stän­di­ge Leit­stel­le kann so in kür­zes­ter Zeit die Be­hand­lungs­ka­pa­zi­tä­ten ab­klä­ren und ent­spre­chend be­le­gen, so­dass keine Kli­nik im Ver­bund über­las­tet wird, wäh­rend die Nach­bar­kli­nik frei wäre. Dies kommt jedem ein­zel­nen Un­fall­op­fer zu gute. Die Er­fah­rung der letz­ten bei­den Jahre hat ge­zeigt, dass sich die­ses Sys­tem bei ver­schie­de­nen Un­glücks­fäl­len hier in der Re­gi­on be­währt hat. Die Zu­sam­men­ar­beit der Kli­ni­ken in der Re­gi­on un­ter­ein­an­der, sowie Ret­tungs­diens­te, Not­ärz­te und Auf­nah­me­kli­nik konn­te so in­ten­si­viert und ver­bes­sert wer­den – ins­be­son­de­re zum Wohl der Schwer­ver­letz­ten.

Am 25.07.2018 wurde das Traumanetz­werk im Ge­sund­heits­zen­trum Tutt­lin­gen re­zer­ti­fi­ziert.

Seit der Ein­rich­tung des Traumanetz­wer­kes wur­den weit über 100 schwerst­ver­letz­te Pa­ti­en­ten im Kli­ni­kum Land­kreis Tutt­lin­gen be­han­delt. Diese wur­den nach Ein­tref­fen im Ge­sund­heits­zen­trum Tutt­lin­gen so­fort erst­ver­sorgt: Be­reits in den ers­ten Mi­nu­ten er­hal­ten die Pa­ti­en­ten die ers­ten Un­ter­su­chun­gen. Dies be­stä­tig­te auch die Zer­ti­fi­zie­rung. Die Or­ga­ni­sa­ti­on und der Um­gang mit Schwer­ver­letz­ten Pa­ti­en­ten im Schock­raum wurde im Kli­ni­kum als sehr gut her­vor­ge­ho­ben.