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Erfolg ist, wenn eine Perspektive entsteht

Im Klinikum ist man mit Mitarbeitenden, die der Psychosoziale Förderkreis Tuttlingen unterstützt, sehr zufrieden.

Patrick Hufnagel ist gewissenhaft: Nach dem Rasenmähen sammelt er mit der Greifzange sorgfältig jedes einzelne Bonbonpapierchen ein, das sich auf den Zugang zum Haupteingang des Klinikums verirrt hat und lässt es in einem Plastiksack verschwinden. Währenddessen ist Nesrin Rasho-Qoto auf Station mit dem Bettentrupp unterwegs. Mit ihren Kolleginnen reinigt und desinfiziert die 25-Jährige aus dem Irak Krankenhausbetten, damit diesen neu aufgenommenen Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen.

Beide sind glücklich mit ihrem Job; geholfen bei der Wiedereingliederung hat der Psychosozialen Förderkreis  (PSF) Tuttlingen. Den gibt es seit den frühen 1980er-Jahren. Seitdem besteht das Ziel der Ehrenamtlichen darin, Menschen mit psychischen Einschränkungen oder ähnlichen Hemmnissen im Gemeinwesen zu begleiten, zu fördern und zu integrieren. Durch ihre Jobs beim Klinikum sind Patrick Hufnagel und Nesrin Rasho-Qoto auf ihrem Weg in Richtung Unabhängigkeit von professionellen Hilfen ein gutes Stück vorangekommen. Sabine Hackel, beim PSF pädagogische Leitung für den Bereich Arbeitsförderung, meint: „Erfolg haben wir dann, wenn es gelingt, jemanden eine Perspektive zu geben.“

Im Falle der beiden neuen Klinik-Mitarbeitenden ist diese Perspektive nun vorhanden. Sabine Hackels Kollegin, die Sozialpädagogin Simone Vogler, weiß, worauf es künftig ankommen wird: Es wird sich zeigen müssen, ob jemand im ersten – also im regulären – Arbeitsmarkt bestehen kann. Dabei unterstützt sie die Klienten des Psychosozialen Förderkreises, der mit Behörden und Institutionen sehr gut vernetzt ist. 

Auch Personaldirektor Oliver Butsch vom Klinikum Landkreis Tuttlingen (KLT) hegt für die Arbeit des PSF große Sympathien, denn sein Haus kann im Zuge der Zusammenarbeit nicht nur soziale Verantwortung zeigen, sondern auch für bestimmte Tätigkeiten zuverlässige Kräfte finden. „Wenn jemand viele Jahre draußen ist, können solche Kooperationen für die Menschen sehr hilfreich sein“, meint Butsch. Natürlich stelle jede Arbeit Anforderungen, die erfüllt werden müssten. Beim Vorhaben, jemanden wiedereinzugliedern, sei es durchaus hilfreich, dass das Jobcenter die ersten sechs Monate des Anstellungszeitraums fördere.

Entscheidend sei jedoch, dass man zueinander passr. „Die neuen Kolleginnen und Kollegen empfinden wir als Bereicherung“, sagt der Personaldirektor. Aus seiner Sicht wichtig: ein Praktikum im Vorfeld einer möglichen Anstellung – „Damit alle drei Parteien wissen, ob es funktioniert und worauf es zu achten gilt!“ Für Sabine Hackel ist im Interesse ihrer Schützlinge vor allem eines wichtig: Raum, wo sich diese ausprobieren können, ohne Druck ausgesetzt zu sein, den sie nicht verkraften würden. 

Im Klinikum klappt das ganz gut, wie Dirk Schilling, stellvertretender Technischer Leiter des KLT, gerne bestätigt. So sei Patrick Hufnagel, dessen Vorgesetzter er ist, im Team der Werkstatt sehr gut aufgenommen wurde. Der 32-Jährige kann das nur bestätigen: Jeden Morgen, wenn er aus dem Bus steige, freue er sich schon auf seine neue Arbeit als Gärtnergehilfe; er sei gerne an der frischen Luft. Ähnlich klingt das auch bei Nesrin Rasho-Qoto, die aus dem Irak stammt und noch an ihrem Deutsch arbeiten muss. Mit Erfolg übrigens, denn tagtäglich wird die Sprachbarriere geringer. Als Vorbild kann ihr da Elisa Cellauro dienen, die im Zuge einer Wiedereingliederungsmaßnahme bereits im vierten Jahr im Klinikum beschäftigt ist.

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