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Experten dämpfen den Geburtsschmerz effektiv

Hebammen und Anästhesisten betreuen Gebärende im Klinikum Landkreis Tuttlingen bestens – es gibt viele Techniken, die das Kinderkriegen erleichtern. Und wenn es gilt, stehen 24/7 erfahrene Ärzte bereit.

Viele werdende Mütter fürchten den Geburtsschmerz – im Klinikum Landkreis Tuttlingen allerdings sind sie gut betreut; Hebammen und Ärzte sorgen hier für eine weitgehend „Schmerzarme Geburt“. So lautete folglich der Titel des Vortrags von Claus Schuhmacher, Oberarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Er und seine Kollegen stehen rund um die Uhr bereit, wenn sie im Kreißsaal gefordert sind.

Wenn’s gut läuft, muss der Arzt gar nicht eingreifen – dann betreut die Hebamme die Gebärende alleine, bis das Baby da ist. Folgerichtig hatte sich Claus Schuhmacher für seinen Vortrag Unterstützung von Hebamme Ann-Kathrin Hiller geholt, die erklärte, wie sie und ihre Kolleginnen Frau im Kreißsaal unterstützen. Das Hebammenteam sorgt dafür, dass der physiologische Geburtsschmerz auf ein Minimum reduziert wird und keine unnötigen, angstbedingten Verspannungen entstehen. Die Geburts-Expertinnen helfen Gebärenden mit verschiedenen Techniken, die eigene Kraft zu nutzen. 

Gezielte Bewegung und Positionswechsel erlauben es, die die Schwerkraft zu nutzen und erleichtern dem Baby den Weg. Ein Entspannungsbad in der Gebärbadewanne oder warme Kompressen lindern den Dehnungsschmerz effektiv, während gezielte Atemtechniken unter Anleitung helfen, die Wehenwellen zu bewältigen und den Körper optimal mit Sauerstoff zu versorgen.

„Hebammen wissen genau, wenn eine PDA notwendig ist“, sagt Claus Schuhmacher – die Periduralanästhesie, ein rückenmarksnahes Regionalanästhesieverfahren zur Schmerzlinderung. Statistiken zufolge komme es bei 30 bis 70 Prozent der Geburten zum Einsatz. „Wir haben bis zu 60 PDAs pro Quartal“, so der Tuttlinger Oberarzt und erläuterte das Verfahren sehr anschaulich. Bei einer PDA leitet der Arzt Medikamente über einen dünnen Schlauch in den sogenannten Periduralraum der Lendenwirbelsäule. 

Dabei handelt es sich meist um eine Kombination aus einem betäubenden Medikament, einem Lokalanästhetikum, und einem Schmerzmittel, einem Opioid. Der Periduralraum umgibt das Rückenmark. Die Medikamente betäuben die Nerven im Rückenmark. Dadurch können diese keine Schmerzsignale mehr aus dem Unterleib ins Gehirn leiten. In der Regel macht sich die schmerzlindernde Wirkung nach zehn bis 20 Minuten bemerkbar. Durch die PDA spürt die Frau im Unterleib keine oder kaum noch Schmerzen. Gleichzeitig bleibt sie aber wach und kann die Geburt bei vollem Bewusstsein miterleben.

Wird ein Kaiserschnitt notwendig, kann die PDA unter Umständen weiterverwendet oder aber eine Spinalanästhesie oder Vollnarkose verabreicht werden. Die Spinalanästhesie gilt hier als Standard. Dabei wird ein örtliches Betäubungsmittel direkt in die Rückenmarksflüssigkeit unterhalb des Rückenmarks gespritzt, sodass die Schmerzblockade sehr schnell eintritt und der Körper ab der Brust abwärts taub wird. Eine Vollnarkose gibt es vor allem bei dringenden Notfällen, wenn es extrem schnell gehen muss.

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