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Genial wie einst Leonardo – der Patient profitiert

Professor Dr. Silke Mertmann und Valery Kravtsunov führten den Besuchenden bei „Ärzte im Dialog“ die Leis-tungsfähigkeit der Allgemeinchirurgie am KLT vor Augen.

Leonardo Da Vinci war ein Genie, und auch der nach ihm benannte OP-Roboter der Firma Intuitiv Surgical, der dem Klinikum Landkreis Tuttlingen (KLT) seit März zur Verfügung steht, ist genial. Das verdeutlichten nun im Zuge der Vortragsreihe „Ärzte im Dialog“ einmal mehr Valery Kravtsunov, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Professor Dr. Silke Mertmann, Leitende Oberärztin.

Das Publikumsinteresse an ihrem Thema war sehr groß, die Reihen im Konferenzraum waren gut gefüllt. Das nutzte Valery Kravtsunov, um den Besuchenden das Leistungsspektrum seiner Klinik vorzustellen, die mit einem hoch qualifizierten Team von Fachärztinnen und Fachärzten und bester technischer Ausstattung das gesamte Spektrum eines Krankenhauses der Grund- und Regelversorgung nach höchsten Standards abdeckt.

Kravtsunov ist in der Anwendung des robotischen OP-Systems ebenso erfahren wie Silke Mertmann, die seit 2017 mit dem Da Vinci operiert – vorher an anderer Wirkungsstätte. Die beiden leitenden Ärzte betonten die Vorteile der Robotik, betonten aber, dass sie größten Wert darauf legen, den Mediziner-Nachwuchs umfassend auszubilden: Die jungen Ärztinnen und Ärzte lernen sämtliche OP-Verfahren – vom großen Schnitt, also der offenen Chirurgie, über die minimalinvasive Laparoskopie eben zum robotisch gesteuerten Eingriff.

Tatsächlich stellt das da Vinci-Operationssystem die modernste Weiterentwicklung der klassischen Schlüssellochchirurgie dar. Der Arzt führt die Operationsinstrumente nicht mehr direkt von Hand, sondern steuert sie über eine Konsole. 

Die Vorteile liegen auf der Hand, wie Professor Mertmann in einem spannenden Vortrag deutlich machte:  Während die klassische Laparoskopie oft nur zweidimensionale Bilder liefert, bietet das da Vinci-System dem Chirurgen eine gestochen scharfe 3D-Sicht in High Definition mit einer bis zu zehnfachen Vergrößerung. Dadurch lassen sich feinste Strukturen wie Nerven und Gefäße extrem präzise erkennen und schonen. Außerdem verfügen die Roboterinstrumente über eingebaute Gelenke, die sich um 720 Grad in alle Richtungen drehen lassen. Sie sind damit weitaus beweglicher als die menschliche Hand oder die starren Instrumente der normalen Bauchspiegelung. Der Chirurg kann damit selbst in extrem engen Räumen wie dem tiefen Becken präzise „um die Ecke“ arbeiten – die menschliche Hand kann selbiges nicht leisten. Als wertvoll erweist sich auch der Tremor-Filter: Das System filtert das natürliche, minimale Zittern der menschlichen Hand vollständig heraus. Jede Bewegung wird absolut ruhig und präzise ausgeführt.

Um all das anschaulich zu machen, zeigte Silke Mertmann Bilder aus dem Inneren eines Bauchraums – die Eingriffe mit dem Da Vinci, der mit einer Kamera ausgestattet ist, werden mitgeschnitten. Diese Aufnahmen machten bei den Besucherinnen und Besuchern großen Eindruck, verdeutlichten sie doch, wie hoch präzise und patientenschonend die Operateure die Eingriffe an ihren Patienten durchführen können.

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