Aktuelles
Vortragsreihe "Ärzte im Dialog"
Nächste Veranstaltungen am Mittwoch, 22.04.2026, 19.00 Uhr: "Arthrose des Hüft- und Kniegelenks", Vortrag mit Dr. Matthias Hauger, Chefarzt Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie.
Die Veranstaltung findet im Konferenzraum des Klinikums in Tuttlingen statt. Bitte melden Sie sich an.
"Happy" macht Seniorinnen und Senioren happy
Neben der Schulmedizin setzt die Tuttlinger Altersmedizin gezielt sanfte Methoden der Komplementärmedizin ein, um das Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten zu steigern. Dabei spielt auch der angehende Therapiehund "Happy" eine Rolle, den Besitzerin Ricarda Stanecker gerade für den Einsatz auf Station ausbildet.

„Wer heilt, hat Recht!“ Dieses oft zitierte, aber umstrittenes Credo der Komplementärmedizin, wird dem griechischen Arzt Hippokrates zugeschrieben. Der alte Grieche meinte einst, Heilerfolg legitimiere Therapiemethoden unabhängig von wissenschaftlichen Beweisen. Tatsächlich werden genau solche Methoden in der Altersmedizin des Klinikums Landkreis Tuttlingen (KLT) zusätzlich zur konventionellen Schulmedizin angewendet, wie Dr. Cornelia Seiterich-Stegmann im Zuge eines Vortrags in der Reihe „Ärzte im Dialog“ verdeutlichte.
Dabei gehe es ihr und ihren Kolleginnen vor allem darum, mit den im Vortrag beschriebenen „Ungewöhnlichen Therapie-Optionen in der Altersmedizin“ das Befinden ihrer betagten Patientinnen und Patienten zu verbessern, Nebenwirkungen zu lindern und die Lebensqualität zu steigern. Die Praxis der geriatrischen Abteilung zeigt, dass dies immer wieder gelingt: Licht- und Aromatherapie, Wickelauflagen, Akupunktur, sowie sozialtherapeutische Maßnahmen und tiergestützte Therapie fallen bei vielen älteren Menschen, die im KLT versorgt werden, auf fruchtbaren Boden.
Dr. Cornelia Seiterich-Stegmann, eine sehr erfahrene Geriatrie-Ärztin, die zu den Pionierinnen zählt, die die Altersmedizin in Spaichingen und später in Tuttlingen aufgebaut haben, legt aufgrund dieser Erfolge die hippokratische Perspektive auf ihre persönliche Art und Weise aus: „Wer dem Patienten wohl tut, macht alles richtig.“
Natürlich seien die Ärztinnen der Medizinischen Klinik III um Chefärztin Dr. Karin Schoser „schulmedizinisch unterwegs“, betrachteten den Menschen aber stets ganzheitlich. Bei Älteren sei dies besonders wichtig, da diese in der Regel nicht nur ihr akutes Gesundheitsproblem plage, sondern überdies oft weitere Beschwerden und Unsicherheiten. Das Ziel bestehe darin, diese Patientinnen und Patienten wieder für ein selbstbestimmtes Leben im Alltag fit zu machen, und sanfte Verfahren der Komplementärmedizin seien hierbei durchaus Mittel zum Zweck, weil sie das Wohlbefinden steigern und Spannungen abbauen helfen.
Wie Dr. Seiterich-Stegmann erläuterte, kommen sowohl Tageslichtlampen zum Einsatz als auch ätherische Öle, die die Sinne ansprechen. Vor allem bei dementiellen Patientinnen und Patienten sei dies oft wirksam, da Gerüche der Schlüssel seien zu Erinnerungen. Als hilfreich sieht sie auch Tees aus Kräutern und Brennesseln, heiße und kalte Umschläge wie auch die Akupunktur, die ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat. Chefärztin Dr. Schoser setze diese Methode vor allem bei Patientinnen und Patienten ein, die der Entspannung bedürfen. Dass all diese Verfahren bei Älteren Akzeptanz finden, belege laut Dr. Cornelia Seiterich-Stegmann eine Studie der Berliner Charité. Die sagt aus, dass zwei Drittel der Seniorinnen und Senioren komplementäre Medizin anwenden.
Sehr positiv wirke sich auch tiergestützte Therapie aus: In der Tuttlinger Altersmedizin setzt man schon seit längerem speziell ausgebildete Therapiehunde ein. Die Besucherinnen und Besucher des Vortrags machten in diesem Zusammenhang Bekanntschaft mit dem vierbeinigen „Nachwuchs-Therapeuten“ namens „Happy“ – der ist noch ein Welpe, gerade vier Monate alt und in der Ausbildung bei Frauchen Ricarda Stanecker. Sie war Besitzerin des früheren Therapiehundes „Timo“, der allerdings nicht mehr lebt. Nun hat sich die als Physiotherapeutin im KLT beschäftigte Hundefreundin nach einer hundelosen Phase wieder einen Vierbeiner zugelegt, der in Zukunft das Wohlbefinden der alten Menschen steigern soll, die in der Geriatrie versorgt werden.
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