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Aktuelles

Muskulatur ist die „Hausapotheke“

Dr. Sandra Unger, Leitende Oberärztin der Klinik für Interdisziplinäre Schmerztherapie, referierte vor großem Publikum im Speisesaal im Zuge der Vortragsreihe "Ärzte im Dialog".

„Die Muskulatur ist unsere Hausapotheke!“ – anschaulich und pointiert erklärte Dr. Sandra Unger, Leitende Oberärztin der Klinik für Interdisziplinäre Schmerztherapie am Klinikum Landkreis Tuttlingen (KLT), dass man chronische Schmerzen nicht nur mit Medikamenten in den Griff bekommt. Das Interesse an ihrem Vortrag im Zuge der Reihe „Ärzte im Dialog“ war sehr groß.

Dr. Unger erklärte, wie Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen, bei denen die Diagnostik abgeschlossen ist, aber ambulante Therapien bisher keine Besserung erbracht haben, mit Hilfe einer multimodalen Schmerztherapie geholfen wird, sowohl im Rahmen eines zweiwöchigen stationären Aufenthaltswie auch durch ambulante Behandlungen.

Spezialisiert hat sich die Klinik, geführt von Chefarzt Dr. Frank Schuler, auf Schmerzen im Bewegungsapparat, doch decken die Expertinnen und Experten des KLT das gesamte konservative Spektrum von Schmerzerkrankungen ab. Dabei, so Dr. Unger, gehe es immer nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität. Hand in Hand arbeiten Ärztinnen und Ärzte der Fachbereiche Orthopädie, Unfallchirurgie, Anästhesie und Notfallmedizin, unter anderem mit Behandlungstechniken der speziellen Schmerztherapie, der manuellen oder auch Naturheilverfahren. Großes Gewicht, so die Leitende Oberärztin, besitze die auch die Psychotherapie. Für ein gutes Leben, sagte sie, seien auch Faktoren wie Bewegung, soziale Kontakte und guter Schlaf ausschlaggebend.

Große Bedeutung misst Dr. Sandra Unger der Untersuchung von Schmerzursachen bei: „Eine gute Therapie setzt eine gute Diagnose voraus!“ Bei der Eingangsuntersuchung gelte das Motto „Hände und Röhre“ – es kommen nicht nur bildgebende Verfahren zum Einsatz, sondern ebenfalls manuelles Abtasten von Muskeln, Bänder oder Faszien. Die Ärztin weiß, dass „ein MRT- oder Röntgenbild Schmerzempfinden nicht zum Vorschein bringen kann, wohl aber eine händische Untersuchung. Dahinter steht auch die Philosophie, dass jeder Mensch verschieden ist und daher einer individuellen Therapie bedarf. Das zeige auch die beispielshafte Tatsache, dass von den über 60-Jährigen praktisch jeder degenerative Veränderungen der Wirbelsäule aufweise, aber nicht jeder deswegen Schmerzen empfinde.

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