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Patienten nach Gelenk-OP ganz schnell wieder auf den Beinen
Dr. Matthias Hauger fesselte mit seinem Vortrag über Arthrose und ihre Behandlungsmöglichkeiten einmal mehr sein Publikum im voll besetzten Konferenzraum des Klinikums.

Das Interesse der Tuttlinger an der Endoprothetik ist groß, denn einmal mehr füllte Dr. Matthias Hauger, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, den Konferenzraum des Klinikums bei seinem Vortrag über Arthrose in Hüfte und Knie“ bis auf den letzten Platz. Da die Nachfrage die Kapazitäten deutlich überschritt, wurde die Veranstaltung im Zuge der Reihe „Ärzte im Dialog“ auch live im Internet übertragen.
Dr. Hauger hat das Tuttlinger Endoprothetik-Zentrum aufgebaut und es in mittlerweile 14 Jahren an die Spitze geführt: Als erstes Zentrum in Baden-Württemberg ist Tuttlingen nun für Gelenkersatz in Knie, Hüfte und Schulter zertifiziert. Das belegt die hohe medizinische Qualität, mit der ein solches Zentrum arbeitet. Hauger selbst und fünf weitere Hauptoperateure versorgen hier Menschen, die unter der schmerzhaften Arthrose leiden – also unter Gelenkverschleiß – und daher ein Implantat benötigen, um wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen. Über 900 Endoprothesen setzen die Ärzte Patientinnen und Patienten pro Jahr ein – ihr guter Ruf reicht weit über die Region hinaus.
Besonders beim bergab laufen, machte Dr. Hauger deutlich, müssen besonders die Kniegelenke viel abfedern, nämlich in etwa das Siebenfache des Körpergewichts. Verletzungen, Fehlstellungen und auch genetische Veranlagung begünstigen das Entstehen einer Arthrose. Häufig schädigen Kreuzbandrisse oder Meniskusschäden den Knorpel dauerhaft. Mit zunehmendem Alter entstehen dann Komplikationen, und wenn konservative Behandlungsmethoden nichts mehr bringen, kann ein Kunstgelenk den schmerzhaften Prozess beenden. Arthrose ist eine Volkskrankheit: Etwa fünf bis acht Millionen Menschen sind betroffen, zirka zwei Millionen von ihnen leiden unter täglichen Beschwerden. Dr. Matthias Hauger machte deutlich, dass es bei einer Endoprothetik-OP auf den richtigen Zeitpunkt ankomme – man solle sie auch nicht zu früh vornehmen.
Eine konservative, also eine nicht-operative Behandlung von Arthrose zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und das Gelenk zu entlasten. Hier stellte Hauger mit vielen medizinischen Details verschiedene Methoden vor, die vor einer OP zum Einsatz kommen sollten und meist sinnvoll seien. „Die Spritzen ins Gelenk lassen Sie aber lieber sein“, meinte der erfahrene Chefarzt. Denn nicht alle Verfahren seien evident, beispielsweise Injektionen mit Hyaluronsäure – „Das Geld dafür investieren Sie lieber in einen guten Urlaub“, riet Hauger den Zuhörenden.
Muss schließlich operiert werden, gibt es beispielsweise beim Knie verschiedene Prothesenarten. Dr. Hauger erklärte detailliert den OP-Prozess und auch, in welchen Fällen welche Prothese zum Einsatz kommt und verblüffte sein Publikum schließlich mit kurzen Videos, mit denen er das Gangbild von Operierten schon kurz nach dem Eingriff zeigte. Am Klinikum Landkreis Tuttlingen wird die „Fast Track-Methode“ angewandt, die darauf basiert, dass Gelenkempfänger schon wenige Stunden nach dem Eingriff mobilisiert werden und dabei teilweise schon wieder ganz flott mit Gehstützen über den Krankenhausflur laufen.
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