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Wenn der Beckenboden schwächelt

Alaa Saliba füllt den Konferenzraum bei seinem viel beachteten Vortrag über die Beckenbodenschwäche und wie man diese therapieren kann.

Eine Beckenbodenschwäche ist weit verbreitet. Man geht davon aus, dass in Deutschland rund zehn Millionen Menschen, Frauen vor allem, von einer behandlungsbedürftigen Inkontinenz betroffen sind – das ist eine häufige Folge eines schwachen Beckenbodens. Große Resonanz fand daher der Vortrag des kommissarischen Chefarztes der Frauenklinik, Alaa Saliba, zum Thema „Beckenboden“. Der Konferenzraum des Klinikums war bis auf den letzten Platz gefüllt.

In seiner Beckenbodensprechstunde nimmt sich Saliba für Patientinnen sehr viel Zeit, den es gilt, den Ursachen der Beckenbodenschwäche genau auf den Grund zu gehen. Besonders wichtig ist dem erfahrenen Gynäkologen dabei die vorangehende ausführliche Anamnese, also die Befragung der Patientin. Denn wenn er die Antworten hört, weiß Saliba oft schon, wo das Problem liegen könnte. Anschließend untersucht der Arzt die Patientin mit dem Speculum, einem medizinischen Untersuchungsinstrument für die Vagina, und dem Ultraschallgerät. „Das ist das Auge des Frauenarztes“, meint er. Nur in seltenen, schwereren Fällen sind MRT-Aufnahmen notwendig.

Wenn der Beckenboden nachgibt, der aus mehreren Muskelschichten und Halteapparaten besteht und Organe wie Gebärmutter oder Blase trägt, können sich diese senken. Das passiert vor allem infolge von Schwangerschaften oder Hormonveränderungen. Doch auch schweres Heben kann dem Beckenboden zusetzen. „Sind Halteapparate defekt, fallen Blase und Gebärmutter nach unten“, erklärte Alaa Saliba. Die Symptomatik ist unangenehm: Betroffene verspüren häufigen plötzlichen Harndrang, auch nachts. Inkontinenz, Rückenschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können ebenfalls auftreten.

Solche Beschwerden lassen sich konservativ behandeln, etwa durch Kräftigungsgymnastik oder aber Pessare, die eingelegt werden und den Beckenboden unterstützen. Allerdings kann der Gynäkologe auch operieren – am KLT mit dem Endoskop oder eben roboterassistiert. Ende März werden die Ärzte der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe erstmals mit dem Da Vinci-System operieren. Referent Saliba erklärte die Vorzüge der neuen Technologie: Mit dem Roboter sind noch präzisere Schnitte möglich. Dabei relativierte der kommissarische Chefarzt: „Die OP ist kein Wunder!“ Was heißen soll, dass Operierte danach weiterhin auf sich achtgeben müssen. Heben sie beispielsweise erneut schwer, kann das Werk des Chirurgen dadurch zunichte gemacht werden, und die Schwierigkeiten beginnen von Neuem. So sei es eine schlechte Idee, nach dem Einkaufen die volle Getränkekiste nach Hause tragen zu wollen. Besser sei es, die Einkäufe aufzuteilen und in kleinen Mengen nacheinander zu verstauen.

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